Sonntag, 21. Juni 2009

Das Wort zum Sonntag aus der Trendkirche

Das edelste Fortbewegungsmittel der Welt ist das Taxi. Ich habe einen Bekannten, der des nachts selbst für die Strecke von
200 Meter ins Taxi steigt, und ich halte das für elegant, urban und sozial. Wer kein Taxi zur Verfügung hat, der möge Fahrrad fahren, und zwar als Dame eines mit Korb drauf, wo man den ganzen Damenmüll, Einkäufe, leere Flaschen etc. reinpacken kann. Nichts geht über ein Chörblivelo!

Jahrelang war ich der Überzeugung, ein Rennvelo sei das ultimative Stadtverkehrsmittel. Jetzt steht es unbenutzt und bittere Tränen weinend vor dem Haus und ist neidisch auf die coole, praktische Schwester mit dem Korb. Denn das Rennvelo, oh weh, ist nur noch eines unter Tausenden, weil dieser Tage fahren ja fast alle Rennvelo (und die anderen fahren diese unpraktischen Cruiser, die vielleicht in Los Angeles cool sind, mais pas ici). Rennvelos sind auf einmal wahnsinnig in, so wie in den 90er-Jahren poppige Mountain-Bikes geilo waren. Ganz hippe Hipster haben einen Renner in Neon-Farben. Auch sind gerade Lenker zur Zeit sehr en vogue, und natürlich diese unsäglichen Fixies. Wer dergestalt herumfährt, könnte sich auch auf die Stirn schreiben: Hallo, ich möchte bitte cool sein!

Wer hingegen ein Chörblivelo (für die moderne Dame) oder ein schlichtes, schwarzes Citybike (für den dezenten Herrn) fährt, geniesst nicht nur eine aufrechtere Haltung und eine höhere Praktikabilität, sondern flüstert auch leise: Ich bin mir selbst peppig genug, ich brauche kein Pep-Velo.

Amen.

Kommentare:

  1. "Mitem Rännvelo is Atelier fahre"

    http://www.myspace.com/ianconstable

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  2. Jawoll, Chörbli für die Dame. Monsieur Bernet empfiehlt Velorbis - dänischer cycle chic.

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  3. Trendkirchen gehen in Bern um 17°° los, hat mir letzhin einer der Jünger einer solchen Groupie-Händindiehöhe-Und-Beten-Pep-Gesellschaft erklärt. 07:48 ist eine sehr sportliche Angelegenheit ...

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  4. Früh aufstehen ist das neue Ausschlafen, und Morgenstund hat Dichtergold im Mund.

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