Freitag, 18. April 2014

Silicon Valley

"Jobs or Wazniak?" Aye aye aye. Ich habe fängs 4:57 Minuten der ersten Folge gesehen, aber mir fallen schon etwa eine Million jüngere Herren ein, für die diese Serie perfekt sein wird. Sozusagen "New Girl" oder "Grey's Anatomy" für Informatiker.

"Silicon Valley"

Freitag, 11. April 2014

Woman in Highheels Sitting on Designer Sofas

Würde mal bitte jemand einen Tumblr einrichten? Einmal "Zeit-Magazin" durchgeblättert, zwei entdeckt (ich dachte sofort an Women Laughing Alone with Salad und Women Struggling to Drink Water)





Weltschmerz

Ein beliebtes Aufregerthema ist ja die Ver-Englischung des Deutschen, die Anglizismen in jedem zweiten Satz. Ich bin im Zweifelsfall auch für das deutsche Wort. Aber man soll sich auch nicht zu sehr darüber ärgern. Das machen Sprachen halt: sich fremde Wörter einverleiben. Wenn man schon nur überlegt, woher das englische Wort Dandelion (Löwenzahn) stammt: Dent de lion. Ist doch hübsch.


Ich freue mich auch immer, wenn ich ein deutsches Lehnwort im Englischen lese. Und es kommt viel häufiger vor, als man denkt. Jüngst sind mir begegnet (ich führe eine Liste): hausfrau, doppelgaenger, ersatz, leitmotif,  schadenfreude, wanderlust, weltschmerz und wunderkind.

Wikipedia kennt noch mehr, zweifellos das schönste: urschleim ("der Ursprung der Organismen").

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_deutscher_Wörter_im_Englischen

Montag, 7. April 2014

Sehr schön hässlich

Ältere Leser erinnern sich: Vor fast genau zwei Jahren postete ich hier dieses schöne Bild und bewunderte den Plan von Jared Muralt, jeden Tag einen Tiefseeangler zu zeichnen. Jetzt hat er ein Buch aus all den Zeichnungen gemacht. Es ist sehr schön geworden, man kann die Bilder derzeit im Grand Palais am Helvetiaplatz sehen, und einige leuchten sogar im Dunkeln.











Besonders hübsch dünkt mich der Gedanke, dass niemand genau weiss, wie die Viecher tatsächlich  aussehen (siehe Interview im "Bund"). Der Zeichner arbeitet im Grenzgebiet zwischen Forschung und Fantasie. "Ihr wirkliches Aussehen ist sehr schwer zu rekonstruieren, denn nimmt man sie erst mal aus dem Meer, gehen sie am Unterdruck zugrunde und sehen dann aus wie leere, nasse Säcke aus Gelee." Wirft doch allerhand sehr universelle und poetische Fragen auf.

Ich sage: Jetzt das Buch kaufen, daran hat man lange Freude. Oder schon ein Weihnachtsgeschenk im April.

Sonntag, 6. April 2014

Blöder Film, nicht schauen gehen

Gestern das erste Mal seit langem wieder aus einem Kinofilm rausgelaufen. Natürlich hatte ich mir schon beim Trailer zu "Her" nicht so recht vorstellen können, wie daraus ein spannender Film werden könnte, aber dann dachte ich: Spike Jonze, Joaquin Phoenix, ein Oscar und die Stimme von Scarlett Johansson - das kann ja irgendwie nicht schief gehen. Zudem lief er grad sehr praktisch zur besten aller Kinozeiten, so um 18 Uhr herum. Also los.

Ähem. Jetzt bin ich froh, haben wir das Ende nicht gesehen. So bleibt es für immer offen, und wir können uns immer noch vorstellen, dass der Film doch noch irgendwie von weinerlich zu interessant umschwenkte. z.B. so:
1. Das OS entpuppt sich als Olivia Wilde. Joaquin Phoenix findet es irgendwann heraus, and they live happily ever after.
2. Es war alles nur ein böser Traum. Insbesondere die Hosen.
3. Joaquin Phoenix verliert sein Handy.
4. Aliens übernehmen die Erde und bringen alle um.


Samstag, 5. April 2014

Spitze

Eine der besten Beschäftigungen an Samstagen: schnell die leeren Weinflaschen entsorgen und dann auf dem Quartier-Fussballplatz vorbeischauen. Aber Obacht!

Donnerstag, 3. April 2014

Antizyklischer Hipsterpuffer












Wer - wie ich - auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, der hatte "regional und saisonal", bis ihm die Ohren wackelten. Jedes Mal grosse Vorfreude auf die neue Jahreszeit, und dann im Frühling Spargeln, bis man den Schwefelgeruch beim Bislen nicht mehr ertragen konnte, im Sommer so viele Beeren an den Sträuchern, dass einem das Schnouse beim Ablesen verleidete, im Herbst Kürbis bis zur Gelbsucht und im Winter Randen, Rüebli und Sellerie, dass man selbst fast Wurzeln schlug.

Also fand ich es erst einmal sehr lächerlich, als ich vor einigen Jahren das erste Mal eine Menükarte sah, auf der sehr stolz die Schlagworte "regional und saisonal" verzeichnet waren. Wie bitte? Ist doch selbstverständlich, dass man im Februar keine Cherrytomaten serviert und dass der Koch den Metzger kennt! Schliesslich sind Gastronomen Lebensmittelprofis, das ist ihr Job. Von den normalen Konsumenten kann man längst nicht mehr verlangen, dass sie wissen, wann die Erdbeersaison anfängt und wie die Schweine und Rinder gelebt haben, die abgepackt bei Lidl und Aldi und M-Budget landen. Aber hallo, ein Wirt?












Dann wurden die beiden Adjektive schleichend zu einer Art Qualitätsmerkmal, fast so wie bio. Obschon es noch relativ wenig über die Qualität einer Tomate aussagt, ob sie in Kerzers in einem Gewächshaus gezüchtet wurde oder in Italien auf einem Feld. Und nicht einmal die Ökobilanz ist ganz unumstritten. Mais bon.

Inzwischen ist es überall. Ohne "regional und saisonal" darf glaubs heute gar keine Beiz mehr eröffnen. Die ganz Regionalen schreiben noch den Namen vom Gemüsebauer und vom Metzger hin. Das gehört inzwischen auf eine gepflegte urbane Menükarte wie Luna-Llena-Glace. Und so verbreitet wie es inzwischen ist, so abgenutzt ist es auch langsam.

Natürlich, nicht falsch verstehen: Ich find das gut! Ich bin ein Bauerngoof, und froh, ist das Land wieder in. Aber mich ermüdet dieser Stolz, dieses Vorzeigen. "regional und saisonal" allein ist noch kein Konzept, noch keine Küche, noch kein Qualitätsmerkmal.

Ein bisschen fänd ich es ja jetzt sehr geil, wenn jemand ein Restaurant eröffnen würde, in dem es nur Sachen von sehr weit weg gäbe. Ananas. Granny Smith. Guacamole. Möglichst glutenhaltiges Zeug aus Weizen aus Nordamerika. Bier aus einer Grossbrauerei aus Holland. Und norwegischer Lachs. Hihihi. Das gäbe ein Theater! Aber es wäre ganz bestimmt ein antizyklischer Hipsterpuffer.

Und übrigens, Bärte wären verboten.


PS: Wenn ihr mal wirklich gut regional und saisonal essen wollt, dann geht hierhin. Die machen das nicht erst, seit es trendy ist, sondern seit fünf Generationen. Und gutes Fleisch zum zu Hause Brätlen gibts in Bern beim Lehmann.