Freitag, 27. März 2009

Heisser Schlitten in meinem Hood



Pornostar müsste man eben sein.

Donnerstag, 26. März 2009

Putzerfische

Gern wäre ich selber Chef. Irgendwann wird es soweit sein. Zuvor wollte ich mich fortbilden. Am Jungunternehmeranlass.

Ich war nicht die einzige. Der Raum war bumsvoll. Gefüllt mit 28-jährigen Jungfrauen mit akkuraten Kurzhaarfrisuren; die haben Schuppenschnee auf dem Wollpullover und Akne, an der sie gern ein wenig rumnesteln und dann die Hautdings essen. So wie diese Putzerfische.
Die Jungunternehmer tragen Brillen, die sie ständig mit dem Mittelfinger an die Nasenwurzel drücken, auch so ein Tick. Sie sagen Worte wie "innovativ" und "Marketing" und sind in der Biotechnologie tätig, denn das ist nach dem Internet die neue Superbranche.

Sie können super mit PowerPoint umgehen.

Dann geben Experten Auskunft und brauchen viele schiefe Metaphern, die mit Segeln und Meer zu tun haben.

In der Fragerunde fragen die Jungunternehmer Fragen, die nur sie interessieren. Er habe alles, eine innovative Idee im Bereich Schtrassenschuh, finde aber trotzdem keinen Inveschtor, sagt ein 40-jähriger Jungunternehmer.

Die Experten sagen: So lange die Idee gut ist, findet man auch Investoren. Wenn es einen Markt dafür gibt, gibt es auch Leute, die darin investieren wollen.

Aber er finde trotzdem keinen Inveschtor, sagt der Mann.

Ich denke/niemand sagt: Vielleicht ist ja die Idee einfach scheisse.

Am Apéro networke ich überhaupt nicht und trinke dafür viel billigen Weisswein. Dann gehe ich nachhause und denke: Vielleicht ist es doch nicht so sexy, wie ich mir das vorgestellt habe, das Leben als Jungunternehmer.

Dienstag, 24. März 2009

Caramel von ihrer Schokoladenseite, wirklich sehr hübsche Fotos


Das kommt also dabei raus, wenn man bei Google eine Bildsuche nach Caramel Landsturm unternimmt. Wieher.

Montag, 23. März 2009

Efff Tsseee Tsüüürii Olé

Neulich war ich am YB-Match, und jetzt nervt es mich grad sehr, dass inzwischen jeder dritte Eintrag auf diesem Blog mit "neulich war ich..." anfängt, also beginne ich mit einem Zitat von (FCZ-Fan) Reeto von Gunten, und das lautet:

"Jeder in der Schweiz, der etwas von Fussball versteht, hat Sympathien für YB."

Ich habe trotzdem Sympathien für YB, und war deshalb am Spiel. Und wie alle Schönwetterfans (ich höre die Schlechtwetterfans gerade leise buhen) wartete ich erst den Wetterbericht und Dings ab, bevor ich ein Ticket erwarb. So sass Caramel and the Gang dann halt im Sektor B, etwas ganz Neues, dort, wo man gar nicht mehr hört, was die mit den YB-Saisonkarten drüben singen, sondern nur: Efff Tsseee Tsüüürii Olé Efff Tsseee Tsüüürii Olé Efff Tsseee Tsüüürii Olé Efff Tsseee Tsüüürii Olé. Päng (ein Feuerwerk). Zisch (eine Petarde, wie sie die wohl wieder reingeschmuggelt haben, iiih gruusig.)

Man weiss schon fast nicht mehr wo gucken, geradeaus oder nach links.
Links - eine Tsüri-interne Schlägerei.
Geradeaus - Päng - ein Tor für Tsüri.
Und in dem Moment wird es erst richtig hübsch, ein Dutzend Tsüri (das Ü wird mit spitzen Lippen ausgesprochen, nicht hinten im Rachen, sondern vorne, Tsüüüri), eben, ein Dutzend erlebnisorientierter Tsüri-Fans springt das Abtrenngitter hoch, schlägt mit den Armen die Luft tot und schreit die YB-Fans zusammen, es klingt etwa so: Ugaugauga!, wir schauen und staunen und applaudieren ein wenig.

Am Ende siegt YB, wir winken rüber zu den verhaltensoriginellen jungen Männern und singen leise "Auf Wiedersehen!", und das mit dem Wiedersehen meinen wir im Fall auch so.

Weil in Bern haben wir ja sonst nur das Dählhölzli.

Samstag, 21. März 2009

Ich bin ein Shoppy-Kind, zählt das auch?

Aus der Reihe "Texte, die ich gern selbst geschrieben hätte":

Freitag, 20. März 2009

Nö zur Museumsnacht

Nein, ich gehe nicht an die Museumsnacht, und zwar weil: ich davon nur ein schlechtes Gewissen kriege. Weil so ein grosses Programm und man kann nur ca. drei Sachen gucken. Dabei trifft man dann auch noch die Ex-Lehrer von der Sek, denn das ist ihr Lieblingsanlass, alle Seklehrer aus dem ganzen Kanton hängen sich dieses Schmetterlingsbillett um, das ist quasi ihr Betriebsausflug. Non, merci! Zudem sind dort immer so lange Schlangen vor jedem Dings und die Leute fassen die Kunstwerke an und lachen an den falschen Stellen und die Kinder fallen auf die Schnauze, weil sie sonst nie so lang aufbleiben, und sie heulen rum und die Eltern sind genervt und dabei haben sie sich das doch so toll vorgestellt!

So denkt man dann schon vor dem Kunstmuseum: Ach was, komm, wir gehen besser Saufen. Dafür hätte man dann zwar eine tiptope Ausrede (Saufen aus kulturellem Anlass), aber 25 Stutz für eine politisch korrekte Ausrede zum Trinken, ist das nicht ein bisschen viel?

Und deshalb sage ich ganz entschieden Nö zur Museumsnacht.




(So würde sich die Museumsnacht anziehen, wenn sie eine 40-jährige Frau wäre)

Donnerstag, 19. März 2009

Taube, huschhusch, pfltsch!

Es war der erste Morgen in diesem Jahr, an dem man eine Sonnenbrille tragen konnte, und wenn das kein Feiertag ist, dann weiss ich ja auch nicht! Beschwingt tänzelte ich über den Bahnhofplatz, es hätte nicht viel mehr gebraucht, und ich hätte ein Lied gepfiffen, weil Frühling macht dieses Dings mit Hormonen und alles schön - aber jetzt mal nicht übertreiben, ja?

Also, jedenfalls, fröhlich näherte ich mich der Bushaltestelle, der sich von der anderen Seite der Bus näherte, ganz langsam fuhr er heran, denn auf dem Asphalt, da waren fünf Tauben zu Gange, sie taten dieses Vogel-Dings: Wahnsinnig beschäftigt rumeilen und rumpicken. Vier der fünf machten sich dann mal aus dem Staub, als der Bus immer näher kam, nur Nummer fünf war total gestresst und überfordert mit der Situation und Burnout und wusste nicht wohin eilen, und eilte ausgerechnet: unters Rad.

Pfltsch.

Machte es, als der Bus ganz langsam, wie in Zeitlupe, darüber rollte. Ein wenig knackte es auch, so, als würde man die Luft aus einer Pet-Flasche drücken. Taube tot.

Ich ekelte mich lautstark, machte Geräusche und Hand vor den Mund (warum nimmt man immer die Hand vor dem Mund, wenn man sich ekelt?) und die Leute neben mir, die es nicht gesehen hatten, verstanden Bahnhof und dachten: Ach, wohl wieder so eine mit Tourette-Syndrom, ich keuchte nur: TAUBE!, was aber den Tourette-Eindruck nicht schmälerte, im Gegenteil.

Nicht mehr hingucken. In den Bus, wo der Bus-Fahrer meinen Todesblick nicht zu lesen vermochte und mich nur fragend ansah (soweit ich das an seinen Augen hinter dieser schnellen Oakley-Brille sehen konnte. Die gehört glaubs zur Uniform.) Nur ein kleines Mädchen sagte: "Mami, warum hets nid chönnä furtflügä?", und die Mutter schauderte es ebenfalls, aber sie wusste auch keine Erklärung.

Ich schon: Darwin.

Das Vieh war zu doof, und darum musste es sterben, natürliche Auslese, Punkt. Tauben sind ohnehin unnütz und doof, und eigentlich sollte man froh sein, wenns eine weniger hat. Würde ich normalerweise denken. Aber jedes mal, wenn ich seither die Luft aus einer Pet-Flasche drücke, schüttle ich mich ein wenig. Und habe einen ganz kurzen Anflug von zärtlichen Gefühlen für all die armen, dummen Tauben. Aber nur ganz kurz, ehrlich.


PS: Dieses hübsche Bild hat Leser Y.M. nachträglich zur Illustration dieses Eintrags gemailt. Herzlichen Dank.